#NullachtEinTeam

FSV 08 Bissingen e. V.

Ein unvergessliches Erlebnis

Wolfgang Scheidt vom FSV 08 Bissingen und 62 weitere Schiedsrichter standen bei DFB-Gala im Rampenlicht.

„Das war für mich ein unvergessliches Erlebnis. Einfach toll!“ Wolfgang Scheidt ist bekanntermaßen kein Freund von Superlativen. Diesmal freilich schon. Der 71-jährige Bezirkssieger wurde, wie schon berichtet, nach einer Ehrung durch den Württembergischen Fußball-Verband nun auch in Frankfurt durch den Deutschen Fußball-Bund für seine Verdienste ausgezeichnet.

Der gebürtige Thüringer ist  seit 1973 bis heute  Schiedsrichter und hat in den vergangenen zehn Jahren die Schiedsrichter-Abteilung am Bruchwald kontinuierlich auf- und ausgebaut. Er war dem WFV zunächst vom Bezirk-Enz-Murr als Bezirkssieger empfohlen und kürzlich dann zusammen mit allen Siegern aus 15 Bezirken in Reutlingen in der Gruppe Ü50 dank seiner Verdienste um den Fußball auch noch als Landessieger gekürt worden. Der Bissinger kümmert  sich sowohl bei den Nullachtern als auch in der SR-Gruppe Ludwigsburg, deren stellvertretender Vorsitzender er ist,  insbesondere um den Schiedsrichter-Nachwuchs und Neuzugänge.

Kürzlich  wurden in Frankfurt am Main die 63 „Danke Schiri“-Preisträger geehrt. Bei der Aktion des DFB, die in diesem Jahr zum fünften Mal zusammen mit dem Schiedsrichter-Partner DEKRA ausgerichtet wurde, werden Unparteiische für ihr langjähriges Engagement ausgezeichnet.

Zum „kleinen Jubiläum“ gab es, wie der DFB weiter berichtet,  ein Heimspiel in den „eigenen Hallen“ des Deutschen Fußball-Bundes. Der langjährige Bundesliga-Schiedsrichter und heutige DFB-Lehrwart Lutz Wagner verdeutlichte zu Beginn seiner Moderation, dass diese Veranstaltung wichtig für die Basis und auch für den DFB sei. Wagner bezeichnete es als „unfassbar, was die 63 anwesenden Preisträger stellvertretend für die knapp 60 000 aktiven Schiedsrichter an der Basis leisten“. Dass der Spielbetrieb bei rund 25 000 Vereinen laufe, sei den Schiedsrichtern zu verdanken, sagte Wagner. Viele Unparteiische würden am Wochenende Doppelschichten leisten.

In einer Talkrunde unter der Leitung Wagners gab Helmut Geyer (Vorsitzender der DFB-Schiedsrichter-Kommission Amateure) einen Einblick zu den Neuerungen im deutschen Schiedsrichterwesen, zu denen unter anderem die Einführung eines einheitlichen Patensystems in allen 21 Landesverbänden gehört.

Ebenfalls an der Talkrunde nahm Bundesliga-Referee Harm Osmers teil, der später das Duell zwischen Eintracht Frankfurt und dem FSV Mainz 05 leitete. Er gab den Zuhörern Einblicke in seinen Schiedsrichter-Alltag, seine Vorbereitung auf ein Spiel sowie den Umgang mit dem Druck, der auf einem Bundesliga-Referee laste. Der 34-Jährige gab  den Preisträgern außerdem praktische Tipps für die Schiedsrichter-Tätigkeit.

Neben Osmers besuchte auch das Schiedsrichter-Team rund um Bastian Dankert, das am Nachmittag die Bundesliga-Partie zwischen der TSG Hoffenheim und Werder Bremen geleitet hatte, die Veranstaltung in Frankfurt. Eines der Gesprächsthemen war dort auch die Einführung des Video-Assistenten, den Dankert als eine „der größten Errungenschaften der vergangenen Jahre“ bezeichnete. Den Assistenten biete dieser ein zusätzliches Backup, sagte Assistent René Rohde: „Den Millimeter-Entscheidungen konnten wir Assistenten zuletzt gar nicht mehr gerecht werden.“

Der Sportliche Leiter der Elite-Schiedsrichter, Lutz Michael Fröhlich, berichtete über die aktuellen Planungen: „Wir werden das Projekt auch in der 2. Bundesliga weiter vorantreiben, bremsen jedoch gleichzeitig die Euphorie, dass dort alles sofort zu 100 Prozent funktionieren wird.“

Im weiteren Verlauf des Abends standen dann aber die Preisträger im Mittelpunkt der Veranstaltung. Christine Baitinger, Udo Penßler-Beyer und Andreas Thiemann aus der Schiedsrichter-Kommission Amateure riefen jeden Einzelnen auf die Bühne und überreichten ein speziell angefertigtes Schiedsrichter-Trikot, auf dem die Namen aller diesjährigen Gewinner abgedruckt sind.

Exemplarisch wurden die Lebensläufe einzelner Preisträger vorgestellt. Wie groß der ehrenamtliche Einsatz der ausgezeichneten Schiedsrichter ist, belegen laut DFB die folgenden Zahlen: Bei den 21 Preisträgern in der Kategorie „Ü 50″ standen beispielsweise mehr als 1440 Lebensjahre und unglaubliche 893 Jahre Erfahrung als Schiedsrichter auf der Bühne.

(db/wch)